Initiative für kostenlose Notschlafplätze

INKONO

GPA-djp work@social unterstützt Anliegen der Beschäftigen in Notschlafstellen

leave a comment »

Statt Sozialarbeit und Beratung mehr administrative Verwaltung

Wien (OTS/ÖGB) – Die GPA-djp Interessengemeinschaft work@social unterstützt die Anliegen der Beschäftigten aller Wiener Notschlafstellen, die ab September von KlientInnen, die mehr als zwei Monate ein Nachtnotquartier nutzen und die neue Mindestsicherung beziehen, einen Kostenbeitrag für die Übernachtungen einheben sollen. Damit wird wertvolle Zeit, die für Sozialarbeit und Beratung genutzt werden sollte, für die administrative Verwaltung dieser Beiträge verbraucht. ++++

Betroffen sind die Beschäftigten aller Wiener Notschlafstellen, die von unterschiedlichen sozialen und karitativen bzw. privaten Vereinen betrieben werden. Daher haben die Beschäftigten der Wiener Wohnungslosenhilfe die Initiative für kostenlose Notschlafplätze („INKONO“) ins Leben gerufen. Unterstützt wird die Initiative auch von der GPA-djp Interessengemeinschaft work@social.

Unverständlich für die Beschäftigten ist, dass die vorhersehbar schwierige Einhebung des Kostenbeitrags durch die SozialarbeiterInnen und -betreuerInnen einen administrativen Aufwand verursacht, der in keiner Relation zum finanziellen Ergebnis stehen wird und für die notwendige Beratung und Betreuung sinnvoller eingesetzt wäre. Außerdem bedeutet diese Maßnahme eine noch höhere Belastung der SozialarbeiterInnen und -betreuerInnen, da KlientInnen bei Nichtbezahlung im Extremfall der Schlafplatz verweigert werden müsste. Damit wird die Beschäftigungssituation in diesem bereits jetzt sehr fordernden Bereich noch schwieriger.

Die Beschäftigten und die work@social in der GPA-djp fordern daher, das niederschwellige Angebot für Nachtnotquartiere wie bisher aufrecht zu erhalten sowie die Umsetzung dieser Maßnahme noch einmal zu überdenken und den Anliegen der Beschäftigten im diesem Bereich die nötige Aufmerksamkeit und Unterstützung zu gewähren.

Advertisements

Written by wohnungslos

September 24, 2010 at 9:40 am

Veröffentlicht in Stellungnahmen

SP-Wagner zu Vassilakou: „Ahnungslosigkeit bei Armutsbekämpfung ist zynisch“

with 2 comments

Der SPÖ Rathausklub reagiert auf die Presseaussendungen von KPÖ und Grünen wie folgt: SP-Wagner zu Vassilakou: „Ahnungslosigkeit bei Armutsbekämpfung ist zynisch“

Man kann sich seine Verwandtschaft nicht aussuchen, aber das gemeinsame Vorgehen der grünen Spitzenkandidatin Maria Vassilakou mit der KPÖ von heute ist allzu skurril. Nicht weniger peinlich und punkto Zynismus kaum mehr zu überbieten, ist die Ahnungslosigkeit von Vassilakou in Sachen Armutsbekämpfung“, erklärte heute der Vorsitzende des Sozialausschusses, SPÖ-Gemeinderat KR Kurt Wagner. „Zum Einen ist die Mindestsicherung seit 1. September in Kraft, Frau Vassilakou glaubt aber, dass die alte Sozialhilfe weiterbesteht und die Mindestsicherung erst kommt. Zum Anderen sind die 186 Euro Wohnkostenanteil an der Mindestsicherung nicht einkürzbar – diese bleiben für MindestsicherungsbezieherInnen auf jeden Fall erhalten, sogar bei Arbeitsunwilligkeit“, sagt Wagner.

Für „Vassilakou zum Mitschreiben“ formulierte Wagner: Die Caritas und andere TrägerInnen der Wiener Wohnungslosenhilfe erhalten vom Fonds Soziales Wien eine finanzielle Förderung für die Bereitstellung von Nachtquartiersplätzen für Menschen ohne Obdach oder Wohnung. Wie auch die Mindestsicherung wird diese Förderung aus Sozialhilfegeldern finanziert. Menschen ohne Obdach, die einen Nachtquartiersplatz benötigen, erhalten diesen weiterhin zwei Monate lang kostenlos. Wer länger als diese zwei Monate einen Nachtquartiersplatz in Anspruch nehmen möchte und die Mindestsicherung bezieht, muss einen Kostenbeitrag in Höhe von 4 Euro pro Nächtigung entrichten.

„Auch wohnungslose Menschen erhalten über die Mindestsicherung einen Betrag zur Deckung ihres Wohnbedarfs, und dieser sollte zumindest teilweise auch zweckgebunden eingesetzt werden. Das ist eine Frage der sozialpolitischen Steuerung. Es kann kein Ziel sein, dass Menschen länger als irgend notwendig in einer Notschlafstelle bleiben. Wir wollen eine längerfristige Reintegration – und das geht nur über ein Stufensystem in der Wohnungslosenhilfe“, sagt Wagner

Die Abwicklung über P7 der Caritas stellt sicher, dass tatsächlich nur diejenigen Personen den Kostenbeitrag zahlen, die eine Mindestsicherung beziehen oder über ein entsprechendes Einkommen verfügen.

Written by wohnungslos

September 23, 2010 at 12:33 pm

Veröffentlicht in Stellungnahmen

Kommentar von INKONO zu Wagner

with 3 comments

Kurt Wagner findet es in seiner Aussendung nicht der Mühe wert, auf das Argument einzugehen, dass es sich beim Übernachten in einem Notquartier NICHT um ein Wohnverhältnis handelt, da es unter Tags verlassen werden muss.

Selbstverständlich kann es kein Ziel sein, „dass Menschen länger als irgend notwendig in einer Notschlafstelle bleiben“. Eine längerfristige Reintegration über das Stufensystem in der Wohnungslosenhilfe wird allerdings gerade durch die Einführung eines „Kostenbeitrages“ konterkariert.

Es ist bezeichnend, dass keine/r der Verantwortlichen seitens der Stadt Wien bzw. des FSW auf die Argumentationen von INKONO in ihren öffentlichen Stellungnahmen eingeht, sondern eine Maßnahme, die von der überwiegenden Mehrheit der ExpertInnen aus der Wohnungslosenhilfe abgelehnt wird, um jeden Preis durchgesetzt werden soll.

Written by wohnungslos

September 23, 2010 at 12:30 pm

Auch KPÖ fordert Rücknahme der Bettsteuer für Obdachlose

leave a comment »

Wien (OTS) – Kritik an der Einführung einer 4,- Euro Gebühr in den Notschlafstellen in Wien kommt auch von der KPÖ. KPÖ-Landessprecher Zach: „Ich pflichte Maria Vassilakou bei – Obdachlose für ein Notquartier zur Kassa zu bitten, ist echt das letzte.“ Auch Zach fordert umgehend die Rücknahme der 4,- Euro Bettsteuer durch die Stadt Wien.

Written by wohnungslos

September 23, 2010 at 12:11 pm

Vassilakou: Obdachlosen-Steuer ist zynisch und unwürdig

with one comment

„Argumentation mit Mindestsicherung greift viel zu kurz“

Wien (OTS) – „Nach dem Bettelverbot kommt jetzt die Obdachlosen-Steuer. Die SPÖ steuert unablässig in Richtung Abbau der sozialen Errungenschaften in Wien. Die Einführung einer 4-Euro Gebühr in den Notschlafstellen in Wien ist unwürdig“, erklärte die Klubobfrau der Grünen, Maria Vassilakou. „Obdachlose für ein Notquartier zur Kassa zu bitten, ist echt das letzte. Als hätten diese Menschen eine Wahl! Mit der Mindestsicherung zu argumentieren ist zynisch, da an die Mindestsicherung härtere Auflagen geknüpft sind als an die derzeitige Sozialhilfe. Was die SPÖ hier betreibt, ist Sozialabbau auf dem Rücken derer, die sich nicht wehren können. Und das auch noch zu Winterbeginn. „Das ist inakzeptabel für eine der reichsten Städte der Welt, in der Millionen Euro jedes Jahr der Freunderlwirtschaft geopfert werden. Dass hier denen, die in Notschlafstellen unterkommen müssen, auch noch Geld abgeknöpft wird, spottet jeder Beschreibung.“ Vassilakou fordert umgehend die Rücknahme der 4-Euro Bettsteuer durch die Stadt Wien.

Written by wohnungslos

September 23, 2010 at 12:11 pm

Stellungnahme des Fonds soziales Wien

leave a comment »

Der Fonds soziales Wien (FSW) hat die Presseaussendung des Augustin bzgl. Nachtquartiere wie folgt beantwortet:

Seit dem 1. September 2010 gibt es die Wiener Mindestsicherung. Die Mindestsicherung umfasst ein ganzes Bündel von Maßnahmen, unter anderem sind € 186 zur Deckung des Wohnbedarfs enthalten.

Die Caritas und andere TrägerInnen der Wiener Wohnungslosenhilfe erhalten vom Fonds Soziales Wien eine finanzielle Förderung für die Bereitstellung von Nachtquartiersplätzen für Menschen ohne Obdach oder Wohnung. Wie auch die Mindestsicherung wird diese Förderung aus Sozialhilfegeldern finanziert.

Menschen ohne Obdach, die einen Nachtquartiersplatz benötigen, erhalten diesen weiterhin 2 Monate lang KOSTENLOS. Wer länger als diese zwei Monate einen Nachtquartiersplatz in Anspruch nehmen möchte und die Mindestsicherung bezieht, muss einen Kostenbeitrag in Höhe von 4 Euro pro Nächtigung entrichten. Auch wohnungslose Menschen erhalten über die Mindestsicherung einen Betrag zur Deckung ihres Wohnbedarfs, und dieser sollte zumindest teilweise auch zweckgebunden eingesetzt werden.

Die Abwicklung über P7 der Caritas stellt sicher, dass tatsächlich nur diejenigen Personen den Kostenbeitrag zahlen, die eine Mindestsicherung beziehen oder über ein entsprechendes Einkommen verfügen.

Written by wohnungslos

September 22, 2010 at 11:13 am

Veröffentlicht in Stellungnahmen

Grüne Wien: Nächtigungsgebühr für Obdachlose sofort rückgängig machen!

leave a comment »

Die Grünen Wien haben zur Einführung einer Nächtigungsgebühr wie folgt Stellung genommen: Ellensohn: „Soziallabbau auf dem Rücken der Schwächsten“

Wien (OTS) – Als „besonders perfide Form des Sozialabbaus auf dem Rücken der Schwächsten“ bezeichnet Stadtrat David Ellensohn von den Grünen Wien die neue Regelung des Fonds Soziales Wien, wonach Obdachlose ab kommenden November eine Nächtigungsgebühr von vier Euro bezahlen müssen. „Menschen in ihrer prekären Situation auch noch zur Kasse zu bitten, kann nur als zynisch betrachtet werden. Den Schlafplatz nicht bezahlen zu können, bedeutet auf der Straße übernachten zu müssen. Die Stadt Wien lagert damit soziale Probleme auf die Straße aus“, so Ellensohn.

Die Nächtigungsgebühr stellt einerseits eine erheblich aufwändige Verwaltungsmaßnahme dar und trifft andererseits eine Bevölkerungsgruppe, die ohnehin schon in einer unerhört schwierigen persönlichen und sozialen Lage ist. Wohnungslose Menschen, deren Einkommen aufgrund ihrer Suchterkrankung (Spielsucht, Drogensucht, Alkoholsucht, etc.) bereits aufgebraucht ist, werden wieder verstärkt in ein Leben auf der Straße gedrängt. Dies ist eine massive Barriere für Suchtkranke.

Die Nacht-Unterkünfte müssen bei Tagesbeginn verlassen werden und können erst am Abend wieder betreten werden. In den Nachtnotquartieren müssen Menschen in der Regel in Mehrbettzimmern übernachten, es gibt ausschließlich Gemeinschaftssanitäranlagen, Privatsphäre ist nicht gegeben. „Von „Wohnen“ im eigentlichen Sinn kann also keine Rede sein. Daher ist die Einhebung eines Wohnkostenanteils nicht annähernd gerechtfertigt. Das soll das soziale Wien sein? Viktor Adler würde sich im Grab umdrehen“, so Ellensohn abschließend. Die Grünen Wien werden einen Antrag auf Rücknahme dieser neuen Bestimmung der Stadt Wien im kommenden „Sonder-Gemeinderat zum größten Sozialabbau in der zweiten Republik“ einbringen.

Written by wohnungslos

September 22, 2010 at 11:09 am